Brandübungscontainer
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Feuerwehren aus dem ganzen Landkreis lassen sich weiterbilden

Nach über 2 Jahren ist es wieder einmal gelungen, den Brandübungscontainer, welchen der Bayerische Landesfeuerwehrverband in Zusammenarbeit mit der Bayerischen Versicherungskammer den Feuerwehren zur Verfügung stellt, in den Landkreis Hof zu holen. Atemschutzgeräteträger von Feuerwehren aus dem ganzen Landkreis Hof nehmen die Möglichkeit für diese realitätsnahe Weiterbildung wahr.

Dieser Trainings-Container bietet Atemschutzträgern die Möglichkeit, das Entstehen eines Brandes unter kontrollierbaren Verhältnissen zu beobachten und schließlich zu bekämpfen. Die einsatznahen Vorraussetzungen mit denen die Übenden konfrontiert werden führen zu einem Ausbildungsgrad, der die Sicherheit der Einsatzkräfte und die Rettungsmöglichkeit der vom Brand betroffenen Menschen wesentlich erhöht. Im Trainings-Container lernt der Teilnehmer das Löschmittel Wasser gezielt einzusetzen und erwirkt damit in der Praxis eine erhebliche Minderung der Sachschäden.

In einem etwa 1 ½ stündigem Theorieblock gab Trainer Karsten Weber von der Berufsfeuerwehr ZF Sachs aus Schweinfurt den jeweils 8 Teilnehmern eines Durchganges Informationen über Entstehen und Ausbreitung von Zimmerbränden. Weiterhin gab Weber den Feuerwehrleuten Ratschläge für die Bekämpfung von Zimmerbränden und das richtige Verhalten bei Innenangriffen. Danach ging es zum Kreisbauhof nach Straas, wo das soeben gehörte in die Tat umgesetzt wurde.

Schutzkleidung und umluftunabhängiger Atemschutz sind das Rüstzeug der Feuerwehrleute. Wichtig dabei ist, dass die Ausrüstung die aus einer Überjacke, Überhosen, Sicherheitsstiefeln, Schutzhandschuhen und Flammschutzhaube besteht komplett ist und vor allem richtig angelegt wird, denn beim realistischen Üben von Einsatzsituationen in einem Brandübungscontainer beobachten die Teilnehmer den Brandverlauf. Die Einrichtung (Möbel) wird durch eingehängte Spanplatten mit einer Fläche von 10 m² simuliert, das entspricht einem Bruchteil der Holzfläche in einem eingerichteten Zimmer.

Durch die Wärmeeinwirkung des Initialsfeuers beginnen die Spanplatten auszugasen und liefern somit die Basis für die spätere Rauchgasdurchzündung (Flashover). Durch die äußerst schwierigen Sichtverhältnisse wird eine reale Situation erzielt. Die Übenden können erkennen, wie die Rauchschicht immer weiter nach unten absinkt. Während der Übung wird die offene Tür des Containers geschlossen, was bewirkt, dass der Rauch nicht mehr abziehen kann und die Sauerstoffzufuhr unterbunden wird. Die Verbrennung wird unvollständig und die Feuerwehrleute im Container haben durch die Verrauchung keinerlei Sicht. Nach einigen Minuten wird die Tür wieder geöffnet. Dieser Vorgang ist vergleichbar mit dem Öffnen einer Zimmertür in einer Wohnung. Sauerstoff strömt in den Brandraum, das Feuer wird sofort größer. In der Rauchschicht, die sich ungefähr einen halben Meter über den Köpfen der knienden Feuerwehrleute befindet, bilden sich kleine Flammenzungen. Das ist der Beginn einer Rauchdurchzündung. Danach muss die hohe Rauchgastemperatur heruntergekühlt werden, da sich das Feuer sehr schnell ausbreiten und die Übenden gefährden würde. Mit Positionswechseln hat jeder teilnehmende Feuerwehrler die Möglichkeit, selbst einen Flashover zu bekämpfen. Hierbei trainiert der Teilnehmer den Umgang mit einem Hohlstrahlrohr und festigt somit den Umgang mit seinem Handwerkzeug. Temperaturen, die an der Decke vom Brandraum gemessen werden, liegen zwischen 600 und 800 ° Celsius (für die Ausgasung von Holz werden diese hohen Temperaturen benötigt). Auf Kopfhöhe der Feuerwehrkameraden sind es noch 50 bis 90 °C.

Zur Beobachtung der Teilnehmer ist im Container eine Wärmebildkamera installiert. So ist eine ständige Überwachung nach außen gewährleistet. Zusätzlich steht ein Rettungstrupp bereit. Während der Übung steht die Sicherheit der Teilnehmer an oberster Stelle. Ziel der Ausbildung ist es, die Atemschutzgeräteträger so zu sensibilisieren, dass diese eine Flashover-Gefahr erkennen und deren Durchzündung verhindern.

Speziell diese Ausbildung wäre ohne die Unterstützung durch Wirtschaft und öffentliche Einrichtungen nicht denkbar. Die Bayerische Versicherungskammer und der Bayerische Landesfeuerwehrverband übernehmen die Kosten für den Übungscontainer und den Trainer. Aber auch die heimische Wirtschaft musste mit eingebunden werden. Die Firma Höllensprudel sponserte die Getränke, die notwendig sind, damit die Übungsteilnehmer ihren Flüssigkeitsverlust wieder ausgleichen können. Die Firma Neutex überließ der Feuerwehr dankenswerterweise eine größere Anzahl von Holzpaletten, die für die Befeuerung des Containers notwendig sind. Ohne den Kreisbauhof, der in Straas ein geeignetes Gelände bereitstellte, wäre die Schulungsaktion nicht durchführbar gewesen. Zuletzt sei noch das Atemschutzzentrum Münchberg genannt, welches nicht nur die Übungsgeräte zur Verfügung stellt sondern diese auch nach jeder Übung wieder reinigt, desinfiziert und für den nächsten Durchgang einsatzklar macht.

Bericht:Fachbereich Öffentlichkeitsarbeit

Bilder: Feuerwehr Zell im Fichtelgebirge (08.11.2010)